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Eine Werbebotschaft, die "on air" geht

Glaubt man dem Drohnenhersteller Drobotron, liegt die Zukunft der digitalen Werbung in der Luft. Das amerikanische Unternehmen hat ein fliegendes digitales Plakat entwickelt, das direkt am oder im Umfeld des Point of Sale für Aufmerksamkeit sorgen soll. Es ist eine Drohne, die einen rundumlaufenden LED-Screen hat, auf den man fast jede Art von Content einspielen kann. Ob Logo, blinkendes Verkaufsschild oder Heiratsantrag - die Drohne bringt es in die Luft. Allerdings ist sie natürlich kein Selbstflieger. Sie benötigt einen menschlichen Piloten auf dem Boden, um dort ihren Dienst zu versehen, wo die Botschaft ankommen soll. Wer hier lieber zum Selbstflieger werden möchte und über eine Drohnenfluglizenz verfügt, kann das Gerät auch direkt um günstige $ 2999,99,- erwerben.

"For Sale"- klappt auch in der Luft

Drobotron: Technische Spielerei oder die Zukunft der Außenwerbung?

Mag. Angelika Sery-Froschauer ist Obfrau der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation I WKÖ und CEO von SERY* Brand Communications GmbH

Österreich als No-Flight Zone?

Aber was müsste man als technologiebegeisterter zukünftiger Drohnen-Pilot in Österreich vorher wissen? Mag. Angelika Sery-Froschauer, Obfrau Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Österreich, begrüßt technische Weiterentwicklungen, verweist aber auf die aktuelle Rechtslage: "Das einzige was noch nicht ganz passt, ist der verfügbare Rechtsrahmen: Grundsätzlich wird für diese Art der kommerziellen Tätigkeit eine luftfahrtrechtliche Genehmigung erforderlich sein. Rechtsgrundlage dafür sind die Bestimmungen der §§ 24c ff Luftfahrtgesetz. Derartige "Drohnen" fallen unter die Regelungen für "Flugmodelle und unbemannte Luftfahrzeuge". Österreich zählt in der Frage des Einsatzes von "Drohnen" für zivile Nutzungen zu den Vorreitern in der EU. Derzeit wird ein europaweit harmonisiertes Regelwerk für Drohnen verhandelt. Zuständig für Genehmigungen ist die Austro Control als zuständige Bundesbehörde. Zusätzlich zu den luftfahrtrechtlichen Bewilligungen sind auch Bewilligungen der Bezirksverwaltungsbehörden (Magistrate und BHs) einzuholen." Die Idee selbst findet sie spannend, da "mit diesem fliegenden Plakat der face-to-face Dialog mit sehr emotionalen Botschaften verstärkt werden kann."

Modernes Skybanner

Für Andrea Reschreiter, Director Business Insights & Solutions OmnicomMediaGroup, ist das fliegende Plakat die digitale Weiterentwicklung des klassischen Skybanners - also einer Banderole, die von Flugzeug gezogen wird. Reschreiter erinnert sich hier an ein Konzert im Ernst Happel-Stadion, wo der gesamte Verkehr rund um das Stadion zum Erliegen kam, weil eine Tageszeitung ein Flugzeug mit Skybanner mit dem Text "Überblick beflügelt" am Himmel kreisen lies.

Die digitale Zukunft sieht die Mediaspezialistin jedoch woanders: "Die Zukunft von digitaler Außenwerbung liegt weniger in einzelnen fliegenden Spielerein, sondern vielmehr in der Verknüpfung von Daten und dem dadurch optimierten Medien-Einkauf.
Es stellt sich die Frage, wie man Daten nutzt um eine breite Masse an Konsumenten im richtigen Mindset mit den richtigen Botschaften trifft und so möglichst effizient den Kunden-kpi's positiv steigert."

Andrea Reschreiter, Director Business Insights & Solutions OmnicomMediaGroup