ÖBB Logo

"Better Call Saul" Erfolg mit falschem Huhn

US-Serienstar Bob Odenkirk in seiner Paraderolle

Die dritte Staffel des "Breaking Bad"-Ablegers "Better Call Saul" feierte Anfang April Premiere. Für die Bewerbung der Serie wurde eine besondere Out-Of-Home Kampagne umgesetzt. Das fiktive Fast Food-Restaurant "Los Pollos Hermanos" - Fans kennen das Lokal deshalb, da in der gefeierten US-Serie dort Millionen aus Drogendeals gewaschen werden - wurde in den US-Städten Austin, Los Angeles, Boston und New York jeweils für ein paar Tage Realität.

Zahlreiche Fans und Schaulustige ließen es sich nicht nehmen, eine Portion Pommes Frites zu bestellen, und dafür lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen.

Für die Wartenden hatten sich die Werber etwas Besonderes einfallen lassen. Sie konnten Bewerbungsformulare - die in Wirklichkeit eine Anmeldung zum Newsletter waren - für einen Job als Manager, Koch oder Buchhalter bei "Los Pollos Hermanos" ausfüllen. Im temporären "Los Pollos Hermanos" wurden Flatscreens angebracht, die eigens produzierte Werbespots für das fiktive Fast Food-Lokal zeigten.

Georg Feldmann, Strategy Director Havas Media Austria

Echter Erfolg mit Fake Brands

Für Georg Feldmann, Strategy Director bei Havas Media Austria, eine OOH Kampane, die viel Fingerspitzengefühl in der Umsetzung erfordert: "Eine Guerilla Marketing-Aktion wie diese muss das passende Fundament haben. Einerseits muss die Idee zum Produkt passen, andererseits braucht es Fans und Follower, die den Witz der Aktion verstehen."

Dennoch sind Aktionen dieser Art nach Feldmanns Ansicht nicht für jedes Unternehmen geeignet: "Solche Ideen sollten nur von Unternehmen, Werbern oder auch Content-Producern angedacht werden, die so starke Figuren wie Walter White oder Fake-Brands (also Firmen oder Markennamen, die real nicht existieren) wie das 'Los Pollos Hermanos' entwickelt haben und einsetzen können.
Wenn man also erst angestrengt darüber nachdenken muss, wie man denn selbst so etwas Kultiges hinbringen kann wie die Mannschaft rund um 'Better Call Saul', dann sollte man es besser bleiben lassen. Denn die, die so etwas im Portfolio haben, die wissen das auch. Und mit solchen Schätzen sollte man sehr sensibel umgehen." so Feldmann.

Fotos: © AMC, Georg-Feldmann.jpg © Havas Media