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Spotify: Kreativ dank Big Data

Spotify verabschiedet das Jahr 2016 mit der größten Marketingkampagne der Unternehmensgeschichte. Der Musikstreamingdienst setzt für "Thanks 2016. It's been weird" ("Danke 2016. Du warst schräg") - so der Name der Kampagne - massiv auf Außenwerbung.

Von der Kneipenliebe bis ans Ende der Welt

Spotify hat es dabei geschafft, auf einzigartige Weise Big Data mit einem kreativen Ansatz zu verbinden. Das Unternehmen hat das Streamingverhalten seiner User ausgewertet, die auffälligsten Nutzerdaten herausgepickt und daraus lustige Slogans kreiert. "Liebe 3.749 Menschen, die 'It's The End Of The World As We Know It' am Tag des Brexit-Referendums gestreamt haben. Haltet durch.", ist etwa auf einem Plakat in Großbritannien zu lesen.

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"Liebe Person, die folgende Playlist erstellt hat: 'One Night Stand mit Jeb Bush als wäre er ein Bond Girl in einem europäischen Casino.' Wir haben so viele Fragen.", wurde in den USA affichiert. In Deutschland wurde hingegen folgendes plakatiert: "Lieber User in Berlin, der eine 10-stündige Playlist namens 'Kneipenliebe' erstellt hat - Immer mit der Ruhe."

Insgesamt wird die Kampagne - die Inhouse von Spotifys Kreativteam in New York erdacht wurde - in 14 Ländern ausgespielt. Den Auftakt machten die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Danach folgten Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Dänemark, Indonesien, Mexiko, Neuseeland, die Philippinen und Schweden.

Lange Betrachtungsdauer macht clevere Botschaften möglich

Seth Farbman, Marketing Spotify

Die Idee zu "Thanks 2016. It's been weird" sei im vergangenen Jahr mit der 2015er-Kampagne "Year in Music" entstanden, verrät Spotify-Marketingchef Seth Farbman.

Damals habe man bemerkt, dass die erhobenen Daten von Nutzern in unterschiedlichen geographischen Gebieten erstaunliche Erkenntnisse zu Tage gefördert hätten. "Es gibt Diskussionen darüber ob Big Data die Kreativität beschneidet, aber wir haben das Gegenteil bewiesen", so Farbmann. "Für uns sind diese Daten inspirierend und geben uns einen Einblick in die Gefühle, die Menschen ausdrücken wollen."

Der Grund, warum man sich für die Kampagne in erster Linie auf Out Of Home konzentriere, liege daran, dass es dadurch möglich sei, sehr lokal zu agieren. "Zudem ermöglicht es den Einsatz von cleveren Texten, was bei anderen Werbeformen in dieser Form selten möglich ist", ist Farbman sicher.

Fotos: © Spotify