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Estlands Natur soll gestresste Menschen entspannen


Die American Psychological Society hat festgestellt, dass 43 Prozent aller Erwachsenen unter negativen Gesundheitseffekten durch Stress leiden. Estland hat jetzt ein Heilmittel dagegen: den "Stress Buster". Das behauptet das baltische Land jedenfalls in einer groß angelegten Out Of Home-Kampagne, die aktuell in europäischen Großstädten wie London, Paris, Berlin, Stockholm oder Oslo zu sehen ist.

Der "Stress Buster" ist ein gemütlich aussehender, bärtiger, junger Mann im Holzfällerlook. Ausgerüstet mit einer handlichen Holzkiste, in der ein Hoch-Präzisionslautsprecher steckt, "entstresst" er ausgewählte Passanten mit Klängen von zwitschernden Vögeln. Für besonders Gestresste hat er noch ein Ass im Ärmel: Sie werden mit einem estnischen Pop-Up-Wald "behandelt".

Stressfrei durch Gesichtserkennung

Ausgewählt wurden die Passanten dank einer Gesichtserkennungs-Software, die an den Gesichtern der Menschen ablesen kann, wie gestresst sie sind. Als Dank winkte den Stressgeplagten eine Reise nach Estland, wo sie die "Ostsee von ihrer besten Seite", große Wasserfälle und weite Waldlandschaften kennenlernen und genießen durften. Entwickelt wurde die Kampagne von den Agenturen BBDO Berlin (Deutschland) und Zavod BBDO (Estland).

Vor der Stress den Wald vor lauter Bäumen sehen

Zielgruppe im Bauch und im Herzen beschäftigen

"Die Kampagne zeichnet grundsätzlich eine Idee einer Themenbesetzung und ein roter Faden aus. So setzt sie auf ein Phänomen in einigen Märkten in einigen Zielgruppen auf: Jenem der zunehmenden Überlastung und Intensität des Alltags", erklärt Michael Scheuch, Brand Manager bei der Österreich Werbung. "Spannend in jedem Fall ist die Verbindung von Aktionen im öffentlichen Raum mit neuen technologischen Unterstützungen wie der Emotionsanalyse durch Gesichtserkennung."

Eine gute OOH-Kampagne zeichne sich einerseits durch eine Botschaft und Kreation aus, die imstande sei, die Zielgruppe im Bauch und im Herzen zu beschäftigen, ist Scheuch überzeugt. "Und eine geschickte Vernetzung von Klassik und digitalen Medien, um die Geschichten zu vertiefen und Effekte der digitalen Verbreitung zu nutzen."

Selbst habe die ÖW bereits "sehr gute Erfahrungen mit interaktiven Technologien in Verbindung mit Außenwerbung" gemacht. Scheuch: "So denken wir bei sehr vielen Aktivitäten im öffentlichen Raum bereits in der Konzeptionsphase digitale Technologien mit, um die Effizienz der Maßnahmen zu erhöhen. So kommen auch viele Menschen mit Maßnahmen und Botschaften im OOH-Bereich über andere Kanäle in Berührung. Wesentlich ist auch eine Begleitung über die Arbeit mit Presse und Multiplikatoren." Aus diesem Grund liege den Außenwerbeaktionen der ÖW in der Regel eine Kreatividee zugrunde, die in die "digitalen Kanäle reicht und zu echtem Involvement führt".

Fotos: Stress-Buster © Visit Estonia;  Michael-Scheuch © Österreich Werbung